Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben - aber es hat nur ganz genau so viel Sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind. Hermann Hesse

Mittwoch, 23. Januar 2008

Camp, Sucre und Potosí

Hallo meine Lieben!

Heute morgen um viertel vor sieben bin ich zu hause angekommen.
Freitag, Samstag und Sonntag war ich auf unserem Halbjahrescamp in Sucre. Es war total schön, alle mal wieder zusehen und wir hatten sehr viel Spass!


Xenia (Schweiz) , Franzi + Moses (Deutschland)





Alistair (England), Guillermo (Cbba), Sirjana (Nepal) und Sean (England)





Yasmin (Schweden) und Caro (Deutschland)








Bei einem Spaziergang sind uns eine Zigenherde mit Hirtin begegnet.





Hillary (England), Claire (Frankreich) und Franzi





Lukas, Moses und Nico (Deutschland)



Orion (USA) und Karolien (Belgien)




wir haben den zweiten platz für kostüme bekommen! Ich, Alistair, Sirjana, Guillermo und Irita





Das bin ich als 'Cochala' (Cholita aus Cbba)




Am Montag haben wir uns in Sucre die Dinosaurierfussspuren angesehen und sind ins ‚museo de arte indígena’ gegangen. Das war beides wirklich sehr interessant, wobei mich das Museum für indigene Kunst etwas mehr beeindruckt hat, weil man nicht so nah an die Dinosauriertracks herangehen konnte.
Am Nachmittag war ich leider zu krank, um das Hostelzimmer zu verlassen aber meine Freunde haben noch den ’Mirador Recoleta’ ,einen ziemlich beeindruckenden Aussichtspunkt über Sucre, und den indigenen Handwerksmarkt besichtigt.



Die Wand mit den Dinosauriertracks + beindruckendem Hintergrund



Ein paar der Tracks







Alistair, Guillermo, Sean, Ich und Hillary







Eine Frau stellt im Museum die traditionellen ’auhayo’ her. (Das sind feste Stoffe aus Alpakawolle)




Am frühen Mittwoch Morgen sind wir (9 leute) nach Potosí gefahren. Dort haben wir die Minen (4830m) besichtigt, was sehr interessant und traurig zugleich war. Es ist schrecklich die Konditionen zu sehen, in denen die Menschen dort arbeiten müssen. Und wir haben nur die einfachen ungefährlichen Stollen gesehen.. das war weit entfernt von winzigen Gängen und 40% Celsius, wie es weiter unten in der Mine sein soll.
Trotzdem, schon die Gänge in denen wir herumgelaufen oder teilweise gekrabbelt sind standen oft voller Schlamm, es war klein und man musste jedesmal richtig klettern, um einen Stollen weiter herunter oder herauf zu steigen. Man kann das nur ganz schwer beschreiben - ihr müsstet es gesehen haben.. ich habe auch nur Photos, bevor wir in die Mine herabgestiegen sind, weil ich meine Kamera nicht mit hinein nehmen wollte..
(auf den Bildern sind wir also noch relativ fit und der anzüge wegen in bester Laune.)
Ich hätte noch sehr gerne das Museum in Potosí über die riesige Münzfabrik besichtigt, welches aber leider nicht geöffnet hatte. Potosí produzierte Mitte des 17Jh die Hälfte des gesammten Weltsilbers. Jetzt ist die Stadt ziemlich arm und nur noch im Zentrum recht schön anzusehen.



Eingang zur Mine.. da habe ich meine Kamera lieber nicht mit reingenommen..




Arbeiter ausserhalb der Mine


Frauen sind in der Mine verboten.. angeblich weil sie immer den heiligen 'tio' (=onkel; name der minenarbeiter für den teufel.. ursprünglich hatte der einen indigenen namen, aber der hat sich für die spanischen ausbeuter wie das wort onkel angehört und so hat sich das dann geändert) angegriffen haben. (dessen ziemlich grossen erregierten penis haben sie als schlechtes omen gesehen)
naja.. jedenfalls sind alle frauen, die heute bei den minen arbeiten und die steine sortieren, die witwen von mineros, die in den minen umgekommen sind


Dienstag Nacht sind wir aber wieder in unsere verschiedenen Heimatstädte aufgebrochen und es war das erste Mal, dass ich neun Stunden Fahrt einfach durchgeschlafen habe.. ich war sooo unfassbar müde nach dem Camp, Sucre, Potosí und ganz besonders der Kraxelei in den Minen, dass ich nicht einmal meine Musik gehört habe oder mich eines der schreienden Kleinkinder gestört hätten.


ich schreibe demnächst wieder mehr und auch bilder werden irgendwann noch folgen, aber nun muss ich zur cancha, um mein kostüm zurück zu geben.. chau chau

Montag, 14. Januar 2008

alles mögliche..

silverster..

tja, das war dieses jahr mal so ganz anders als bisher..
zunächst waren wir sushi essen (ziemlich mutig hier in bolivien, aber es hat gut geschmeckt und niemand ist krank geworden) und dann sind wir mit den bolivianischen freunden einer freundin in eine chicharía gefahren.. naja.. das war nicht so mein ding.. es war ein quadratischer, kleiner, kahler raum ohne tür, sprich es war total kalt, wir waren am anfang die einzigen leute da und es gab keine musik und zu trinken gabs ausschliesslich chicha (ein regionaler alkohol, super ekelig, stark und sehr, sehr unhygienisch).
nach 1 1/2 stunden rumstitzen und warten, sind wir dann raus gegangen ans feuer für die k'oa (eine ketschua tradition, bei der eine eigentümlich riechende (um nicht zu sagen stinkende =))mischung aus verschiedenen pflanzen verbrannt wird) und ein paar leute haben traditionelle musik gespielt (ja...mit panflöten..), wir haben coca blätter ins feuer geworfen und die menschen sind ums feuer herumgetanzt.. ^^
im nachhinein wars echt interessant, aber es entspricht überhaupt nicht meiner vorstellung von einer guten silvesterfeier..
um zwölf konnte man nicht mal das kleinste bisschen feuerwek sehen.. aber naja.. danach sind wir in einen club gegangen zum tanzen, was mir dann schon viel mehr spass gemacht hat. um halb drei bin ich aber schon nach hause gegangen, weil es super voll war und ich am nächsten abend noch eine andere feier hatte..


K'oa (ich weiss ehrlich gesagt nicht wirklich wie man das schreibt.. mit meinen ketschua kenntnissen ist es nämlich nicht so weit her)

die cochabambinos machen eine k'oa jeden ersten freitag im monat. da wird vor den geschäften und vielen häusern ein kleines feuer gemacht und eine mischung aus planzen und allem möglichen zeug verbrannt. das hat einen ganz seltsamen speziellen geruch, den ich nicht richtig beschreiben kann aber den ich immer wiedererkennen würde.
eine k'oa machen sie zB auch um häuser einzuweihen etc.


alltag

hat sich mein alltag stark verändert hier? ich weiss es nicht so genau.. ich denke, dass mir viele sachen wohl erst auffallen werden, wenn ich wieder zurück bin, weil das leben hier für mich so normal geworden ist..
was mir natürlich auffällt, ist dass ich meine wäsche per hand in kaltem wasser waschen muss, meistens nur kalte duschen für mich drin sind und das wasser ständig ausfällt.
ich koche jeden tag wasser in einem alten teekessel auf einem gasherd und die gasöfen sind nebenbei bemerkt unberechenbar.
ausserdem tankt man gas und alle insassen des wagens müssen während des tankens aussteigen, falls das auto explodiert...

in bolivien habe ich auch das erste mal kinder gesehen, die bewusstlos und zugedröhnt auf dem bürgersteig liegen, mit der klebstoffflache noch in der hand, während die passanten einfach über sie hinwegsteigen..
die autos haben keine sicherheitsgurte, oft auch keine seitenspiegel mehr und ich war im trufi schon in dutzende 'beinahe-unfälle' verwickelt, weil alle davon ausgehen, dass das andere auto schon rechtzeitig anhalten wird..
es ist auch 'normal', sich mit 10 leuten ein taxi zu teilen (wir 'gringos' bevorzugen es in dem fall aber meistens uns zwei taxen zu leisten) oder im trufi für 0,15€ einmal durch die ganze stadt zu fahren.
die hygienischen umstände sind, sagen wir mal nicht so toll, und ich bin ständig krank deswegen.. wenn wir uns mit andren freiwilligen treffen, werden nette geschichten von amöben, parasiten, würmern, salmonellen und dutzenden anderen (darm)krankheiten ausgetauscht und es ist immer mindestens eine(r) da, der gerade "für zwei" isst ^^


halbjahres-camp und urlaub

kaum zu fassen aber diese woche gehts schon auf unser halbjahrescamp in sucre (freitag bis sonntag).
vielleicht fahren wir ein bisschen eher nach sucre oder bleiben nach dem camp noch ein bisschen (oder beides), um die stadt zu erkunden und noch eine nette zeit mit den anderen freiwilligen zu verbringen.
danach heisst es aber wieder ab nach hause und in der nacht des 25.01 schon nach la paz wo wir den 26 und 27.01 am titicacasee mit der erkundung der 'isla del sol' und copacabana verbringen werden.
vom 29 bis zum 31.01 werden wir eine tour über den salar de uyuni (salzsee) machen und von da aus gehts am 2 und 3.02 nach oruro zum karnevall feiern.
dies sind, wie ihr euch denken könnt, allerdings nur vorläufige pläne, die sich jederzeit noch etwas ändern können, weil es hier immer irgentwelche unvorhergesehbaren pannen gibt ;)


studium

ich würde gerne in england 'international development' studieren.
leider muss ich dafür aber erst einen toefl-test bestehen (nachweis meiner englischkenntnisse) und tolle individuelle bewerbungen schreiben..
nach meinem urlaub werde ich deshalb wahrscheinlich etwas weniger arbeiten, um mich auf den test vorzubereiten und meine bewerbungen zu schreibem, damit ich dann hoffentlich einen studienplatz bekomme.


das wars erstmal wieder, ich hoffe ich konnte euch einen kleinen einblick in mein leben hier geben..

ich hoffe euch allen geht es gut!
alles liebe, annabelle

Donnerstag, 10. Januar 2008

hey..

.. ich wollte mich entschuldigen, dass ich hier schon länger nichts mehr von mir habe hören lassen und auch die meisten e-mails der letzten zeit noch unbeantwortet sind..

ich verbringe momentan meine wenige internetzeit vollständig mit der suche nach unis und der organisation meines zukünftigen studiums..

ich wünsche euch alles liebe und versuche mich bald wieder etwas regelmässiger zu melden.

chau chau